Rückstauschutz Köln.

14.07.2021

Der Tag, seit dem für viele Menschen nichts mehr so ist, wie es mal war!

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Und das sind nur die geringsten Schäden.

Viele Menschen haben durch die Starkregenfälle und die daraus resultierenden Überschwemmungen alles verloren was Sie hatten, viele davon verloren dabei leider auch Ihr Leben.

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Rückstauschutz in Köln ist ein Thema, das jeden angeht.

 

Ob Sie Eigentümer einer Wohnung oder eines Ein- oder Mehrfamilienhauses in Köln und Umgebung sind, Rückstauschutz in Gebäuden von Köln ist ein allgegenwärtiges Thema, das leider viel zu oft vernachlässigt wird, weil die Aufklärung über die Risiken einfach nicht durchgeführt wird. Hier sind die Kommunen gefragt, die aber leider allzu häufig Ihre Aufgaben vernachlässigen. Da reicht es nicht, wenn in der Abwassersatzung ein Passus über den Rückstauschutz in Köln steht. Hier ist aktive Aufklärung gefragt. Die kölner Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, von Ihrer Kommune über die Gefahren für Leben und Sachschäden aufgeklärt zu werden. Leider kommen diese Aufklärungsgespräche immer erst dann, wenn es zu spät ist.

Viele Menschen in Köln hätten weitaus weniger Rückstauschäden zu beklagen gehabt, wenn eine rechtzeitige Warnung vorausgegangen wäre. Eine vorausgegangene permanente Beratung hätte die Schäden noch einmal weitaus geringer ausfallen lassen können.

Ich habe diese Seite erstellt, um Ihnen die Gefahren, aber auch die oftmals so einfachen Lösungen aufzuzeigen, wie Sie Ihr Leben und Ihr Eigentum in Köln vor Wasserrückstau schützen können.

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Auf den folgenden Seiten möchte ich Ihnen Lösungen aufzeigen, wie Sie sich gegen Wasserrückstau und damit vor Überschwemmungen schützen können.

Rückstauschutz in Köln

Unterschieden wird zwischen aktivem und passivem Schutz vor Rückstau. Unter aktivem Rückstauschutz versteht man Abwasserhebeanlagen mit Rückstauschleife. Aktiv deswegen, weil die Abwässer auch bei Rückstau aus dem Gebäude entsorgt werden können. Rückstauklappen/Verschlüsse gelten als passiver Rückstauschutz.

Die Rückstauebene
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Was die DIN darüber sagt

In der DIN EN 12056 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden“ wird auf den Rückstauschutz eingegangen. Ergänzend  gilt die DIN 1986-Teil 100 „ Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – mit ihren zusätzlichen Bestimmungen zu der DIN EN 12056“

  • Rückstau ist in den Kanälen der kommunalen Abwasseranlagen in Abhängigkeit von den Entwurfsgrundlagen planmäßig vorgesehen und kann in der öffentlichen Kanalisation im laufenden Betrieb nicht permanent vermieden werden. Angeschlossene Grundstücksentwässerungsanlagen sind daher dauerhaft gegen die Folgen von Rückstau zu sichern.

  • Schmutzwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, ist der öffentlichen Kanalisation über eine automatische arbeitende Hebeanlage rückstaufrei (Heben über die Rückstauebene, Rückstauschleife) zuzuführen. Abweichend davon gilt bei Vorhandensein von natürlichem Gefälle und für Bereiche untergeordneter Nutzung:

    • Schmutzwasser aus Klosett- oder Urinalanlagen darf über Rückstauverschlüsse abgeleitet werden, wenn der Benutzerkreis der Anlagen klein ist und ihm ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung steht,

    • Schmutzwasser ohne Anteile aus Klosett- oder Urinalanlagen (fäkalienfreies Abwasser) darf über Rückstauverschlüsse abgeleitet werden, wenn bei Rückstau auf die Benutzung der Ablaufstellen verzichtet werden kann.

  • Niederschlagswasser von Flächen unterhalb der Rückstauebene darf der öffentlichen Kanalisation nur über eine automatisch arbeitende Hebeanlage rückstaufrei (Heben über die Rückstauebene, Rückstauschleife) zugeführt werden.

  • Niederschlagswasser kleiner Flächen (z.B. von Kellerniedergängen) kann versickert werden. Falls dies nicht möglich ist, dürfen solche Flächen bei Vorhandensein von natürlichem Gefälle über Rückstauverschlüsse entwässert werden. Voraussetzung dafür ist, dass geeignete Maßnahmen ein Überfluten der tiefliegenden Räume durch Niederschlagswasser verhindern, solange der Rückstauverschluss geschlossen ist.

Bin ich in Köln zum Schutz vor Wasserrückstau verpflichtet?

Auch wenn die städtischen Entwässerungsbetriebe in Köln alle baulichen Maßnahmen nach bestem Wissen planen, kann es zu einem Rückstau aus dem Abwasserkanal in die privaten Grundstücksleitungen kommen. Dies ist auch schon bei geringen Niederschlägen möglich, denn als Betreiber des Kanalnetzes nutzen viele Gemeinden das vorhandene Volumen zu Stauzwecken. Dadurch können sich die Wasserstände im Kanalnetz erhöhen.

Sind Ihre Grundstücksleitungen nicht ausreichend gegen Rückstau aus dem Kanalnetz geschützt, kann dies zu einem Rückstau in Ihrem Keller führen. Aus diesen Gründen schreiben die technischen Regelwerke (DIN) und viele Kommunen in ihren Abwassersatzung vor, dass alle Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene vor Wasserrückstau geschützt sein müssen. Ansonsten müssen die Eigentümer nachrüsten, und zwar unabhängig davon, ob ihre Grundstücke und Gebäude an ein Trenn- oder Mischwasser-System angeschlossen sind.

Warum ein Rückstauschutz Pflicht ist!

 

Starker Regen kann den Wasserspiegel in der kölner Kanalisation deutlich ansteigen lassen, so dass ein Rückstau bis in die Grundstücksleitungen entsteht. Deswegen sind Grundstückseigentümer nach geltendem Recht verpflichtet, einen Rückstauschutz zu installieren, um bei Starkregen oder überhaupt bei Wasserrückstau, aus was für einem grund auch immer, geschützt zu sein. Bei trockenem Wetter und wenig Regen fließt das Wasser problemlos ab. Bei stärkeren Regenfällen kann der Wasserspiegel bis auf Straßenhöhe ansteigen, und es entsteht ein Rückstau in die Grundstücksleitungen. Das ist ein natürlicher Vorgang, weil das Kanalnetz nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren funktioniert (Wasserspiegel gleicht sich an). Ist ein Grundstück nicht gegen Rückstau geschützt, wird der Keller überflutet. Trotz bestmöglicher Planung aller baulichen Maßnahmen zum Schutz der privaten Entwässerung hier in Köln, kann es zu einem Rückstauereignis aus dem Abwasserkanal in die Hausanschlussleitungen kommen. Das kann auch schon bei geringen Regenfällen vorkommen, da die Betreiber einiger Kanalnetztes das vorhandene Volumen der Kanäle zur Retention nutzen. Dadurch können höhere Wasserstände im Rohr netz auftreten. Ist Ihre Hausanschlussleitung nicht ausreichend gegen Wasserrückstau aus dem öffentlichen Netz geschützt, kann das zu einem Rückstau und damit zu ungewolltem Wasseraustritt in Ihrem Keller führen. Aus diesen Gründen wird in den Regelwerken und den Abwassersatzungen vorgeschrieben, dass alle Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene (i.d.R. Straßenoberkante) gegen einen Wasserrückstau zu schützen sind. Daraus ergibt sich die Verpflichtung für Grundstückseigentümer in Köln, einen entsprechenden Rückstauschutz zu installieren. Vorraussetzung dafür das dieser stets einwandfrei funktioniert, ist eine regelmäßige Wartung.

Oftmals wird unnötig eine Hebeanlage eingebaut!

In vielen Fällen, in denen freies Gefälle zum Kanal besteht, wird trotzdem eine Hebeanlage anstatt eines Rückstauverschlusses eingebaut, obwohl sie dort nicht nötig ist. Das liegt vor allem daran, dass Bewohner bei Rückstau ansonsten ihre Toilette oder die Waschmaschine unterhalb der Rückstauebene nicht benutzen können, da das Abwasser bei geschlossener Rückstauklappe ja nicht ablaufen kann. Hier hat der Entwässerungsspezialist Kessel eine sehr interessante Alternative zur klassischen Fäkalienhebeanlage entwickelt: Ecolift: Diese neue Anlage nutzt im Normalbetrieb, ohne das ein Wasserrückstau anliegt, das gegebene Gefälle zum Kanal. Gepumpt wird nur bei Rückstau, wenn die Rückstauklappe geschlossen ist und gleichzeitig Abwasser aus dem Haus entsorgt werden muss. Das reduziert den Energieverbrauch erheblich und damit die Kosten. Eine normale Hebeanlage pumpt auch dann, wenn kein Wasserrückstau vorliegt und das Abwasser eigentlich frei in den Kanal abfließen könnte. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Abwasserentsorgung auch bei Stromausfall nicht unterbrochen wird, da Ecolift das Gefälle zum Kanal nutzt.

Was ist beim Einbau von ­Hebeanlagen unbedingt zu beachten ist!

Viele der technisch eigentlich hervorragenden Anlage werden leider falsch installiert. Grund ist bei fast allen Anlagen die falsche Leitungsführung. Die Druckleitung der Anlage muss mit der Sohle der Rückstauschleife über die Rückstauebene geführt werden und das mit dem passenden Sicherheitspuffer, weil nur so ein effektiver Schutz vor Rückstau aus der Kanalisation besteht. Fehlt diese korrekt installierte Schleife, kann das Wasser ungehindert in den Keller zurückdrücken und es können erhebliche Schäden entstehen. Ferner muss die Druckleitung so ausgelegt sein, dass sie mindestens dem 1,5-fachen Pumpendruck der Anlage standhält. Es dürfen keine anderen Ablaufstellen an die Druckleitung angeschlossen werden. Ferner ist der Druckleitungsanschluss an der belüfteten Grund- oder Sammelleitung vorzunehmen, nicht an der Abwasserfallleitung.

Beim Anschluss der Entwässerungsleitungen ist besonders darauf zu achten, dass sie spannungsfrei an die Hebeanlage angeschlossen werden und das Gewicht der Leitungen bauseits entsprechend abgefangen wird. Alle Leitungsanschlüsse müssen schalldämmend und flexibel ausgeführt sein.

Was beim Einbau von Rückstauverschlüssen zu beachten ist!

Sehr Wichtig ist, zu beachten dass der Rückstauverschluss nie zentral in die Hauptgrundleitung eingebaut wird. Denn so würden auch Ablaufstellen über den Verschluss entwässert, die oberhalb der Rückstauebene liegen. Denn Achtung: Bei einem Wasserrückstau schließt das Rückstauaggregat und verhindert das Eindringen von Abwasser in das Gebäude. Nutzen die Bewohner nun während des Rückstaus die Entwässerungsgegenstände oberhalb der Rückstauebene, würde sich die Grundleitung füllen und das Abwasser tritt über die Anschlüsse im Keller aus. In diesem Fall droht eine Überflutung durch das eigene Abwasser, das oberhalb der Rückstauebenen anfällt und bei richtigem Anschluss einfach abfließen würde. Damit das nicht passiert, dürfen nur Ablaufstellen über einen Rückstauverschluss entwässert werden, die unterhalb der Rückstauebene liegen. Alle anderen Entwässerungsgegenstände werden getrennt davon angeschlossen.

Gibt es Sicherungen gegen Wasserrückstau in Köln, die für den nachträglichen Einbau geeignet sind?

Es gibt die Möglichkeit der Nachrüstung von Rückstauverschlüssen und Hebeanlagen z.B. in einem speziellen Hausanschlussschacht, der vor dem Haus untergebracht werden kann. Die Grundleitung, über die nur Ablaufstellen entwässert werden die rückstaugefährdet sind, wird dann über eine im Schacht untergebrachte Rückstausicherung abgesichert. Üblicherweise bieteten diese Schächte noch weitere Anschlussmöglichkeiten, die dann nicht über den Rückstauverschluss führen. An diese Anschlussstellen kann der Installateur dann die Leitungen anschließen, die die nicht rückstaugefährdeten Abläufe entwässern.

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Rückstausystem in einem Hausanschlussschacht vor dem Haus.

Dauerhaften und ­sicherer Betrieb von Rückstauschutzeinrichtungen gewährleisten!

Ein dauerhafter und sicherer Betrieb kann nur durch eine regelmäßige Wartung gewährleistet werden. Rückstauverschlüssen sind nach DIN EN 13664-1 und DIN EN 1986-1 zweimal im Jahr von einem Fachmann durchzuführen. Im Rahmen der Wartung werden die Schmutz und Ablagerungen entfernt, die Mechanik der beweglichen Abdichtorgane auf ihren Zustand kontrolliert sowie die Dichtheit der Betriebsverschlüsse und alle Dichtungen und Dichtflächen auf einwandfreien Zustand hin überprüft. Bei Hebeanlagen hängt die Anzahl der Wartungen von der Gebäudeart ab, in der die Anlage eingebaut ist: In Einfamilienhäusern ist sie einmal jährlich, in Mehrfamilienhäusern zweimal und in gewerblichen Betrieben viermal vorgesehen. Unter anderem muss der Fachmann dabei folgende Arbeiten durchführen:

  • Verbindungsstellen auf Dichtheit überprüfen,

  • Schieber betätigen und auf leichten Gang und Dichtheit prüfen. Gegebenenfalls den Schieber nachfetten und einstellen,

  • Rückflussverhinderer öffnen, reinigen und Funktion überprüfen,

  • Fördereinrichtung und unmittelbar angeschlossenen Leitungsbereich reinigen,

  • Sammelbehälter innen reinigen,

  • den elektrischen Teil der Anlage sowie den Zustand des Sammelbehälters einer optischen Kontrolle unterziehen,

  • alle zwei Jahre die Anlage mit Wasser durchspülen.

Nach den Wartungsarbeiten sollte der Fachkundige einen Probelauf durchführen und die Anlage erst danach wieder in Betrieb nehmen. Darüber hinaus muss er ein Protokoll über die Wartung anfertigen, in dem alle durchgeführten Arbeiten und die wesentlichen Daten protokolliert werden.

Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen bei Fragen zum Thema Rückstauschutz gerne weiter!
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